Kurzantwort: 

Global Sourcing für ein neues Produkt ist ein mehrstufiger Prozess, der aus einer Spezifikation eine geprüfte und konforme Lieferkette macht: Sie definieren Anforderungen, identifizieren und bewerten Lieferanten, verifizieren Qualität und Compliance, verhandeln Preise und Incoterms, lassen eine Vorversandinspektion durchführen und steuern abschließend Logistik und Import. Jede Stufe muss dokumentiert und unabhängig verifiziert werden, sonst wird der Kostenvorteil des Auslandseinkaufs schnell durch Nacharbeit, Verzögerungen und Compliance-Verstöße aufgezehrt. Die Bedeutung des Themas für deutsche Unternehmen ist ungebrochen: Laut Statistischem Bundesamt stiegen die deutschen Importe 2025 um 4,3% auf 1.362,5 Milliarden Euro, allein aus China kamen Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro. Genau deshalb entscheiden Risikokontrollen, nicht allein der Preis, über den Erfolg des ersten Sourcing-Projekts. 

Key Takeaways  

  • Global Sourcing für ein neues Produkt verläuft in sechs Stufen: Anforderungen, Lieferantenidentifikation, Verifikation, Verhandlung, Inspektion und Logistik. Wer eine Stufe überspringt, konzentriert das Risiko im weiteren Verlauf.
  • China bleibt mit deutlichem Abstand das wichtigste Lieferland deutscher Importe: 170,6 Milliarden Euro im Jahr 2025, ein Plus von 8,8% gegenüber dem Vorjahr.
  • 65% der Unternehmen betrachten Nachhaltigkeit in der Lieferkette inzwischen als Wettbewerbsvorteil, und das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) verpflichtet große Unternehmen zu dokumentierter Sorgfalt bei ihren Zulieferern.
  • Zahlungsdisziplin schützt die Marge: gestaffelte Zahlungen an dokumentierte Meilensteine, kombiniert mit FCA- oder DAP-Klauseln statt EXW, beseitigen die größten finanziellen Risiken früher Sourcing-Projekte.

Warum ist Global Sourcing für neue Produkte im Jahr 2026 entscheidend? 

Global Sourcing bedeutet, Produkte, Komponenten oder Fertigungskapazitäten über Landesgrenzen hinweg einzukaufen. Für ein neues Produkt entscheidet es häufig darüber, ob eine Markteinführung wirtschaftlich tragfähig ist oder gar nicht erst stattfindet: Beschaffungskosten sind meist der größte einzelne Kostenblock, und die Lieferantenwahl bestimmt Qualität, Lieferzeit und rechtliche Risiken über den gesamten Produktlebenszyklus. 

Deutsche Unternehmen kaufen in großem Maßstab im Ausland ein. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) kamen 2025 Waren im Wert von 170,6 Milliarden Euro aus China, 8,8% mehr als im Vorjahr; die Gesamtimporte Deutschlands stiegen um 4,3% auf 1.362,5 Milliarden Euro, während die Exporte um 0,9% auf 1.563 Milliarden Euro zulegten. Gleichzeitig verändert sich die Beschaffungsstrategie: Laut dem Sustainable Procurement Barometer 2026 von EcoVadis betrachten 65% der Unternehmen Lieferketten-Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil, und Nachhaltigkeits- sowie Sorgfaltspflichten werden zunehmend über Vertragsklauseln an die gesamte Lieferkette weitergegeben. 

Für ein Unternehmen, das ein erstes Produkt beschafft, enthalten diese Zahlen zwei Botschaften. Erstens: Internationale Beschaffung ist in großem Umfang möglich und messbar. Zweitens: Professionelle Einkäufer verteilen Risiken systematisch über Länder und Lieferanten, daher müssen Neueinsteiger dieselbe Disziplin von Anfang an anwenden. 

170,6 Mrd. EUR +4,3% 1.563 Mrd. EUR 
deutsche Importe aus China im Jahr 2025, plus 8,8% zum Vorjahr Anstieg der deutschen Gesamtimporte 2025 auf 1.362,5 Milliarden Euro deutsche Exporte im Jahr 2025, plus 0,9% zum Vorjahr 
65% 2% 5% 
der Unternehmen sehen Lieferketten-Nachhaltigkeit als Wettbewerbsvorteil LkSG-Bußgeld bis zu 2% des Jahresumsatzes für große Unternehmen CSDDD-Sanktionen bis zu 5% des weltweiten Nettoumsatzes 

Welche Anforderungen sollten Sie vor der Lieferantenansprache definieren? 

Die meisten gescheiterten Sourcing-Projekte scheitern nicht in der Fabrik, sondern in der Spezifikation. Ein Lieferant lässt sich nur an Anforderungen messen, die schriftlich vorliegen, bevor die erste Anfrage versendet wird. Die folgende Tabelle fasst die Checkliste zusammen, die professionelle Einkäufer vor jeder Lieferantenansprache abarbeiten. 

Anforderungsbereich Was festzulegen ist Warum es das Risiko senkt 
Technische Spezifikation Materialien, Maße, Toleranzen, Leistungsziele, Zielkosten Verhindert die Substitution billigerer Materialien und unkontrollierte Designänderungen 
Qualitätsziele AQL-Werte, Liste kritischer Fehler, Referenzmuster Gibt unabhängigen Prüfern einen messbaren Bestanden/Durchgefallen-Maßstab 
Compliance-Umfang CE-Kennzeichnung, Sicherheitsstandards, Stoffverbote, Verpackungsregeln Verlagert die rechtliche Verantwortung auf einen dokumentierten, vereinbarten Umfang 
Geistiges Eigentum NDA, Design-Eigentum, Werkzeugeigentum, Wettbewerbsklauseln Schützt ein neues Produktdesign, bevor Zeichnungen geteilt werden 
Kaufmännische Bedingungen Zielpreis, Bestellmenge, MOQ-Toleranz, Zahlungsmeilensteine Macht Angebote vergleichbar und vermeidet versteckte Kosten 
Zeitplan Bemusterungstermine, Produktionsfenster, Liefertermin Deckt Lieferanten auf, deren Lieferzeiten den Marktstart gefährden 
Risikoappetit Single vs. Dual Sourcing, Mindest-Audittiefe, Reservebudget Bestimmt, wie viel Verifikation und Puffer eingekauft werden 

Sobald diese Anforderungen fixiert sind, wird die Lieferantenauswahl zu einer Filterübung statt einer Verhandlung, und jede nachfolgende Stufe hat eine dokumentierte Basis zur Überprüfung. 

Wo finden und prüfen Sie Lieferanten für ein neues Produkt? 

Lieferanten für ein neues Produkt werden über vier Hauptkanäle gefunden: B2B-Verzeichnisse, Messen, Sourcing-Agenturen und Auftragsfertiger. Jeder Kanal passt zu einer anderen Situation. Ein Verzeichnis von Import- und Exportunternehmen bietet breiten, filterbaren Zugang zu Handels- und Beschaffungsspezialisten; Messen erlauben die physische Musterprüfung, sind aber auf wenige Termine pro Jahr begrenzt; Sourcing-Agenturen stellen ihr lokales Netzwerk und ihre Qualitätskontrolle gegen Provision zur Verfügung; Auftragsfertiger bündeln Produktion und Bauteilbeschaffung in einem Vertrag. 

Die folgende Tabelle stellt fünf verifizierte Dienstleister aus dem DACH-Raum vor, die über ein führendes B2B-Anbieterverzeichnis gefunden wurden. 

Anbieter Standort Gegründet Größe Spezialisierung 
Procurement Service Offenbach am Main, Deutschland 2014 5 bis 9 Mitarbeiter Komplette Abwicklung des Einkaufsprozesses von A bis Z: Produkt- und Lieferantensuche, Preisverhandlungen, Logistik 
REDFLAG SOLUTION GmbH Bad Homburg vor der Höhe, Deutschland 2023 1 bis 4 Mitarbeiter Interim-Einkauf, Category Sourcing und Lieferantenqualifizierung; strategischer Einkauf mit über 400 auditierten Werken 
Sabev Procurement Services GmbH Bonn, Deutschland 20111 bis 4 Mitarbeiter Produkt- und Dienstleistungsbeschaffung, Lieferantenrecherche, Beschaffung in Osteuropa 
AXDT Group, Inh. Andreas Dörfler Puch bei Weiz, Österreich 2025 1 bis 4 Mitarbeiter Technische Projektlösungen: Analyse, Lieferantensuche, Beschaffung und Projektleitung für Elektronik, Mechatronik und Maschinenbau 
Boschert Electronic GmbH & Co. KG Renchen, Deutschland 1990 10 bis 19 Mitarbeiter EMS-Lohnfertigung mit Bauteilbeschaffung: schnelle weltweite Beschaffung, Einkaufs-Service 

Die Prüfung folgt auf die Auswahl, nicht umgekehrt. Fordern Sie für jeden in die engere Wahl genommenen Lieferanten Registrierungsdokumente, aktuelle Referenzen aus Ihrer Produktkategorie und bei größeren Aufträgen ein unabhängiges Audit des Produktionsstandorts an, bevor die erste Bestellung unterschrieben wird. 

Welche Compliance-Regeln und Dokumente schützen ein Sourcing-Projekt? 

Jedes in den deutschen Markt importierte Produkt unterliegt einem gestaffelten Rechtsrahmen. Die Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988, anwendbar seit dem 13. Dezember 2024, verlangt für Verbraucherprodukte einen in der EU niedergelassenen verantwortlichen Wirtschaftsakteur und macht Importeure für Produktsicherheit, Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit haftbar. Für große Unternehmen gilt zusätzlich das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG), das seit dem 1. Januar 2023 menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfaltspflichten entlang der Lieferkette vorschreibt und Bußgelder bis zu 800.000 Euro beziehungsweise 2% des Jahresumsatzes großer Unternehmen vorsieht. Auf EU-Ebene erweitert die Richtlinie (EU) 2024/1760 (CSDDD) diese Pflichten schrittweise ab dem 26. Juli 2028 und sieht Sanktionen von bis zu 5% des weltweiten Nettoumsatzes vor. Darüber hinaus gelten produktspezifische Regeln wie die CE-Kennzeichnung nach den einschlägigen EU-Richtlinien. 

Compliance-Bereich Regel / Standard Geltungsbereich Beschaffungsmaßnahme 
Produktsicherheit Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988 Alle Verbraucherprodukte im EU-Markt Verantwortlichen Wirtschaftsakteur in der EU benennen; Kennzeichnung und Rückverfolgbarkeit prüfen 
CE-Kennzeichnung Einschlägige Produktrichtlinien (z. B. Maschinen, Elektronik) Produkte in harmonisierten Kategorien Konformitätserklärung und technische Dokumentation vor Versand anfordern 
Lieferketten-Sorgfalt LkSG; EU-Richtlinie 2024/1760 (CSDDD) Große Unternehmen in Deutschland; EU-weit stufenweise ab 2028 Lieferantenstufen erfassen und Auditrechte vertraglich verankern 
Qualitätsmanagement DIN EN ISO 9001:2015 Produktions- und Prozesskontrolle des Lieferanten Zertifizierte Lieferanten bevorzugen; Geltungsbereich des Zertifikats prüfen 
Lieferkettensicherheit DIN ISO 28000:2022 Sicherheitsmanagement der Lieferkette Sicherheitsverfahren für hochwertige oder sensible Sendungen anfordern 
Chemikalien-Compliance REACH (EG) 1907/2006 Stoffbeschränkungen in Erzeugnissen Materialdeklarationen und Prüfberichte für risikobehaftete Stoffe einholen 

Ein dreistufiger Verifikationsablauf bildet den praktischen Kern der Compliance. Erstens Lieferantenqualifizierung: Zertifikate, Registrierungen und den verantwortlichen Wirtschaftsakteur vor jeder Bestellung bestätigen. Zweitens Werksaudit: bei nennenswerten Volumina ein Vor-Ort-Audit der Produktionskontrolle, der Arbeitsstandards und der Dokumentation beauftragen. Drittens Produktverifikation: Prüfberichte und Konformitätserklärung für exakt das Modell anfordern, das importiert wird, nicht für ein ähnliches. 

Wie beeinflussen Preise, Zahlungsbedingungen und Incoterms das Sourcing-Risiko? 

Der Preis ist der sichtbare Teil eines Sourcing-Deals; Incoterms und Zahlungsbedingungen entscheiden, wer das Risiko trägt. Die elf Klauseln der Incoterms 2020 der Internationalen Handelskammer (ICC) legen fest, wo das Risiko vom Verkäufer auf den Käufer übergeht und wer Transport, Versicherung und Zollabfertigung zahlt. Einsteiger wählen häufig EXW, weil es am günstigsten wirkt, und stellen dann fest, dass sie die Verantwortung für Ausfuhrabfertigung, Verladung und den gesamten Transport übernommen haben. 

Incoterm Gefahrenübergang Typischer Einsatz für ein neues Produkt 
EXW (ab Werk) Betriebsgelände des Verkäufers Selten ratsam: Käufer trägt Ausfuhrabfertigung und Verladerisiko 
FCA (frei Frachtführer) Übergabe an den vom Käufer benannten Frachtführer Für Containerware empfohlen: Verkäufer fertigt Export ab, Käufer steuert den Hauptlauf 
FOB (frei an Bord) An Bord des Schiffes Seefracht, wenn der Käufer den Seetransport kontrollieren möchte 
DAP (geliefert benannter Ort) Benannter Bestimmungsort, vor dem Entladen Verkäufer organisiert den Transport; Käufer übernimmt Einfuhr und Zoll 
DDP (geliefert verzollt) Bestimmungsort nach der Einfuhrverzollung Maximale Verkäuferpflicht; prüfen, ob der Verkäufer als EU-Importeur auftreten darf 

Die Zahlungsstruktur ist der stärkste finanzielle Hebel. Üblich für ein erstes Sourcing-Projekt: 30% Anzahlung gegen Proforma-Rechnung, 60% gegen Freigabe der Vorversandinspektion, 10% nach Abnahme der Lieferung. Akkreditive passen zu großen Einzelaufträgen, Treuhanddienste schützen kleinere Bestellungen über Plattformen, und offene Zahlungsziele sollten Lieferanten mit nachgewiesener Lieferhistorie vorbehalten bleiben. 

Kostenelement Referenzbereich Hinweise 
Provision Sourcing-Agentur 5 bis 10% des Auftragswerts Referenzpreis; umfasst Lieferantensuche, Verhandlung und Qualitätskontrolle 
Unabhängiges Werksaudit 300 bis 800 USD pro Audittag Referenzpreis; ein bis zwei Tage sind für ein Erstaudit üblich 
Vorversandinspektion 250 bis 400 USD pro Prüfertag Referenzpreis; abhängig von Auftragsgröße und AQL-Stichprobenplan 
Seefracht (FCL, Asien nach Nordeuropa) 1.200 bis 3.500 EUR pro 40-Fuß-Container Referenzpreis; schwankt mit Kraftstoff, Saison und Route 
Einfuhrzoll und Einfuhrumsatzsteuer Produktabhängiger Zollsatz zuzüglich 19% Einfuhrumsatzsteuer Bestimmt durch HS-Code-Einreihung und Ursprung 

Die Gesamtkosten der Beschaffung, nicht der Fabrikpreis, sind die richtige Vergleichsbasis. Einkäufer, die Zoll, Fracht, Inspektion und Finanzierung vor der Angebotsunterzeichnung kalkulieren, umgehen die häufigste Preisfalle erster Sourcing-Projekte. 

Welche Best Practices reduzieren das Risiko im globalen Einkauf? 

Risiken im Global Sourcing fallen in vorhersehbare Kategorien, und jede hat eine bewährte Gegenmaßnahme. Professionelle Einkäufer behandeln diese Maßnahmen als Standardablauf, nicht als Option. 

Risikokategorie Typische Ursachen Bewährte Gegenmaßnahme 
Lieferantenrisiko Nicht offengelegte Untervergabe, finanzielle Instabilität, gefälschte Referenzen Registrierungsprüfung, Referenzanrufe, unabhängiges Werksaudit 
Qualitätsrisiko Materialsubstitution, Chargenabweichung, übereilte Produktion Golden Samples, AQL-basierte Fremdinspektion, Nacharbeitsklauseln 
Compliance-Risiko Fehlende Zertifikate, Stoffbeschränkungen, falsche Kennzeichnung Dokumentierter Compliance-Umfang, Prüfberichte für das exakte Modell, EU-Verantwortlicher 
Zahlungsrisiko Hohe Vorauszahlungen, Lieferanteninsolvenz, Währungsschwankungen Gestaffelte Zahlungen, Akkreditive, Kreditversicherung, Hedging 
Logistikrisiko Routenunterbrechungen, Zollverzögerungen, Transportschäden Incoterms passend zu den Kontrollpunkten, versicherter Transport, Sicherheitsbestand 
Geopolitisches Risiko Zolländerungen, Exportkontrollen, Sanktionen, Handelskonflikte Dual Sourcing über mehrere Länder, Zollklauseln im Vertrag, jährliche Neubewertung 

Zwei Maßnahmen verdienen besondere Aufmerksamkeit, weil sie günstig sind und dennoch oft übersprungen werden. Erstens Dual Sourcing: Ein zweiter qualifizierter Lieferant, selbst mit kleinerem Mengenanteil, verändert das Kräfteverhältnis und schafft eine operative Rückfallebene. Zweitens Vertragsklarheit: Eine Bestellung, die auf die Spezifikationsversion, den Incoterm, die Zahlungsmeilensteine und die Auditrechte verweist, erledigt die meisten Streitigkeiten, bevor sie entstehen. 

Wie läuft der Sourcing-Prozess Schritt für Schritt ab? 

Ein strukturierter Prozess macht aus den genannten Maßnahmen einen wiederholbaren Ablauf. Die sechs Schritte folgen der natürlichen Reihenfolge eines ersten Sourcing-Projekts und setzen voraus, dass nichts entschieden wird, bevor der vorherige Schritt dokumentiert ist. 

1 Technische Anforderungen definieren: Spezifikation, Qualitätsziele, Compliance-Umfang und Zielkosten vor der Lieferantenansprache abschließen. Die Version dokumentieren und unverändert an jeden Kandidaten verteilen. 
2 Lieferantenfähigkeit bewerten: Eine Auswahlliste über ein Anbieterverzeichnis für Beschaffungsdienstleistungen erstellen, dann Registrierungsdokumente, Zertifikate und Produktreferenzen anfordern. Kapazität gegen Einführungsvolumen und Zeitplan abgleichen. 
3 Muster und Qualität verifizieren: Referenzmuster gegen die schriftliche Spezifikation bestellen. Bei nennenswerten Volumina ein unabhängiges Vorproduktionsaudit des Werks und des Qualitätssystems beauftragen. 
4 Zertifizierungsanforderungen bestätigen: Konformitätserklärung, Prüfberichte und Dokumentation zu Stoffbeschränkungen für das exakte Modell einholen. Die Vereinbarung zum verantwortlichen Wirtschaftsakteur für den EU-Markt bestätigen. 
5 MOQ und Preise verhandeln: Mindestens drei Angebote auf Vollkostenbasis vergleichen, den Incoterm fixieren, gestaffelte Zahlungsmeilensteine vereinbaren und Vertragsstrafen für Lieferverzug und Qualitätsabweichung festlegen. 
6 Logistik und Lieferung planen: Vorversandinspektion veranlassen, Fracht passend zum vereinbarten Incoterm buchen, Einfuhrdokumente vorbereiten und das Lieferfenster mit dem Lager abstimmen. 

Welche Fragen stellen Einkäufer häufig zum Global Sourcing? 

F: Wie lange dauert Global Sourcing für ein neues Produkt? 

A: Realistisch sind drei bis sechs Monate von der finalen Spezifikation bis zur ersten Lieferung. Lieferantensuche und Prüfung dauern meist vier bis acht Wochen, Bemusterung und Werkzeugbau je nach Komplexität vier bis zehn Wochen, Produktion plus Seefracht weitere sechs bis acht Wochen. Wer diesen Zeitplan verkürzt, spart in der Regel an der Verifikationsstufe, und das ist der teuerste Ort, um Zeit zu sparen. 

F: Brauche ich für importierte Produkte einen verantwortlichen Wirtschaftsakteur in der EU? 

A: Ja, für Verbraucherprodukte nach der Produktsicherheitsverordnung (EU) 2023/988, anwendbar seit dem 13. Dezember 2024. Ein in der EU niedergelassener verantwortlicher Wirtschaftsakteur muss auf dem Produkt oder in dessen Unterlagen benannt sein. Importeure übernehmen diese Rolle häufig selbst; Verkäufer außerhalb der EU können sie nur erfüllen, wenn sie einen Bevollmächtigten in der EU benennen. 

F: Welches Budget ist für ein erstes Sourcing-Projekt realistisch? 

A: Neben den Produktkosten sollten Sie Referenzmuster, ein Werksaudit (300 bis 800 USD pro Audittag), eine Vorversandinspektion (250 bis 400 USD pro Prüfertag), Fracht, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und eine Reserve von 10 bis 15% des Auftragswerts einplanen. Diese Verifikationskosten machen meist nur einen Bruchteil der Verluste aus, die sie verhindern. 

F: Welchen Incoterm sollten Einsteiger wählen? 

A: FCA (frei Frachtführer) ist der ausgewogenste Einstieg für Containerware: Der Verkäufer fertigt den Export ab und übergibt die Ware an Ihren Frachtführer, während Sie Hauptlauf und Versicherung steuern. EXW wirkt günstiger, überträgt aber Ausfuhrabfertigung und Verladerisiko auf den Käufer, und DDP verlangt vom Verkäufer die Einfuhrverzollung in der EU, die viele Nicht-EU-Lieferanten rechtlich nicht übernehmen können. 

F: Gilt das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG) auch für kleine Unternehmen? 

A: Unmittelbar verpflichtet ist, wer in Deutschland mindestens 1.000 Beschäftigte hat (bis Ende 2023 galt die Schwelle von 3.000). Kleinere Unternehmen sind nicht direkt betroffen, werden aber als Zulieferer über Vertragsklauseln, Fragebögen und Auditrechte ihrer größeren Kunden in die Sorgfaltspflichten einbezogen. Eine dokumentierte Lieferkette ist daher auch für kleine Anbieter ein Wettbewerbsvorteil. 

F: Wie schütze ich ein neues Produktdesign vor Nachahmung? 

A: Schließen Sie vor dem Austausch von Zeichnungen eine Vertraulichkeitsvereinbarung ab, trennen Sie die Stückliste von den übrigen Kundenaufträgen des Lieferanten, melden Sie Designrechte oder Patente vor Produktionsstart in den Zielmärkten an und regeln Sie das Eigentum an Werkzeugen und Formen im Liefervertrag. Die Durchsetzung bleibt über Grenzen hinweg schwierig, daher sind vertragliche und technische Trennung die erste Verteidigungslinie. 

Wo können Sie Anbieter für Beschaffungsdienstleistungen vergleichen? 

Einkäufer, die Sourcing- und Beschaffungsdienstleistungen bewerten, können Anbieter über spezialisierte Verzeichnisseiten vergleichen, Angebote anfordern und Unterlagen prüfen. Die Sourcing-Anbieter im B2B-Verzeichnis umfassen Dienstleister, die Lieferantensuche, Verhandlung und Qualitätskontrolle für Käufer übernehmen, während das oben genannte Verzeichnis für Beschaffungsdienstleistungen den breiteren Einkauf über den gesamten Prozess abdeckt. Für Projekte, die sowohl Sourcing- als auch Prüfkapazität benötigen, gilt dieselbe Empfehlung wie bei Lieferanten: mehrere Anbieter nebeneinander vergleichen, bevor unterschrieben wird. 

Geprüfte Anbieter für Beschaffungsdienstleistungen finden 

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Quellen  

  1. Statistisches Bundesamt (Destatis), Pressemitteilung Nr. 056 vom 20. Februar 2026, "China im Jahr 2025 wieder wichtigster Handelspartner Deutschlands": https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_056_51.html
  2. BAFA, "Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz (LkSG)", bafa.de: https://www.bafa.de/DE/Lieferketten/lieferketten_node.html
  3. Verordnung (EU) 2023/988 über die allgemeine Produktsicherheit, EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32023R0988
  4. Richtlinie (EU) 2024/1760 über die Sorgfaltspflichten von Unternehmen, EUR-Lex: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32024L1760
  5. EcoVadis, "Nachhaltigkeit in der Lieferkette: Vom Compliance-Thema zur operativen Kennzahl", Sustainable Procurement Barometer 2026, ecovadis.com, Juli 2026: https://ecovadis.com/de/blog/nachhaltigkeit-in-der-lieferkette-vom-compliance-thema-zur-operativen-kennzahl/
  6. IHK Südlicher Oberrhein, "Incoterms 2020", ihk.de: https://www.ihk.de/freiburg/international/weltweite-geschaefte/internationales-recht/incoterms-2020-3297906
  7. DIN, "DIN ISO 28000:2022 Sicherheit und Resilienz in der Lieferkette", din.de, 2022.

Alex Bernard

Alex verfolgt aufmerksam die Entwicklungen in der Herstellungsbranche und legt dabei besonderen Wert auf Klarheit und Relevanz für Spezialisten im B2B-Bereich. Er hebt Trends in den Bereichen Ingenieurwesen, Materialien und Technologien hervor und unterstützt Unternehmen dabei, Innovationen in echte Chancen umzusetzen.